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1519 – Key Moment in the Submission of the World? (2)

Wednesday, 6 pm, Room B 108

Programme:

10.04.2019, Dittmar Schorkowitz (Halle):
Dealing with Nationalities. How Russian and Chinese Agencies Managed Ethnic Diversity in the 17th to 20th Centuries

24.04.2019, Julia Bühner (Münster):
Neue Welten. Eine andere Völkerrechts­geschichte des Spanischen Zeitalters (1403-1550) 

15.05.2019, Miriam Franchina (Halle):
Une ile qui dévore ses habitants? 18th century Jesuit reports from their missions in the French island of sugar, Saint-Domingue 

22.05.2019, tba
tba 

29.05.2019, Eleonore Rohland (Bielefeld):
Die koloniale Transformation unbekannter Umwelten in der Karibik, ca. 1600-1850

26.06.2019, Claudia Leitner (Wien):
“La lengua que yo tengo”. Die Conquista Mexikos übersetzen

10.07.2019, Sprache, Macht, Gewalt
Podiumsdiskussion zu antirassistischer Sprache mit Studierenden und Lehrenden der Atlantic Studies

 

1519 – Key Moment in the Submission of the World? (1)

Programme of the winter term:

17.10.2018, Wolfgang Reinhard, Freiburg
Handlungskompetenz und Kooperation in der europäischen Expansion seit 1519

7.11.2018, Vitus Huber, München
Beute und Conquista. Die politische Ökonomie der Eroberung Neuspaniens

21.11.2018, Claudine Hartau, Hamburg
War Motecuhzoma wirklich sprachlos? Überlegungen zur Eroberung Mexikos

5.12.2018, Michael Rothmann, Hannover
Neue Welten für einen Kaiser

12.12.2018, Andrea Frisch, Hannover/College Park, Maryland
The Rhetoric of Eyewitnessing in the Age of Cortés

16.1.2019, Dominic Sachsenmaier, Göttingen
Globalhistorische Betrachtungen eines Menschen, der nie gereist ist. Ein chinesischer Christ des 17. Jahrhunderts zwischen Hegemonien und Synkretismen

! The lecture will begin at 7 pm !

23.1.2019, Norbert Finzsch, Köln
Die ökologischen Konsequenzen früher Siedlergesellschaften in Nordamerika

 

Abstract (German)

 

Am 21.4.1519 landete Hernán Cortés mit wenig mehr als 500 Männern bei dem heutigen San Juan de Ulúa in Mexiko. Hier begann der Conquistador einen Feldzug, der ihn in die prachtvolle Hauptstadt des Aztekenreiches Tenochtitlán führen würde und der den Ausgangspunkt für die Eroberung eines ganzen Kontinentes darstellte. Die Ankunft dieses Spaniers, der dem niederen spanischen Adel entstammte und ohne Autorisierung Kaiser Karls V. handelte, markiert in der Rückschau – vielleicht mehr als jedes andere Ereignis der europäischen Expansion – einen historischen Wendepunkt. Es handelt sich aber auch um ein höchst ambivalentes Symbol der Kultur- und Weltgeschichte: den Moment, in dem das kompromisslose Streben nach Macht und Reichtum ein neues globalgeschichtliches Paradigma einläutete, den Beginn der Unterwerfung der Welt durch die europäische Expansion. Die dadurch ausgelösten Prozesse sind immer wieder kontrovers diskutiert und für unterschiedliche Interessen instrumentalisiert worden. Im Rahmen des Kolloquiums sollen die Ereignisse des Jahres 1519 in vergleichender Perspektive beleuchtet werden: sowohl interdisziplinär, als auch hinsichtlich des regionalen Fokus. Im heutigen Mexiko stießen die Spanier auf ein großes Imperium und endlich umfangreiche Goldschätze, auf die sie bei ihrem Ausgreifen in den atlantischen Raum immer gehofft hatten. Selbst wenn die Ankunft des Cortés keineswegs ein isoliertes Ereignis ist, sondern in einem größeren Zusammenhang globaler Wechselwirkungen steht, so stechen dennoch Komplexität, Umfang und Tragweite der Ankunft an der Golfküste hervor. Zwischen der Verflechtung bislang unverbundener Räume und Kulturen und dem unwiederbringlichen Verlust indigener Eigenständigkeit wirft dieses Ereignis die Frage auf, unter welchen Blickwinkeln und mit welchen wissenschaftlichen Paradigmen wir es heute analysieren: Handelt es sich um ein Schlüsselmoment in einem linearen Entwicklungsprozess oder lediglich um eine Verknüpfung von Zufällen? In welchem Verhältnis stehen die Ereignisse des Jahres 1519 zu anderen Eroberungen? Ist es möglich, eine Perspektive auf das Ereignis zu entwickeln, die nicht eurozentrisch ist? Welcher Zusammenhang besteht mit späteren Paradigmen der Eroberung und Kolonisierung sowie ihren Schlüsselbegriffen (‚Zivilisierung‘, ‚Befriedung‘, ‚Erforschung‘)? Wie wurde und wird das Ereignis erinnert und dargestellt? Welche Erinnerungsdynamiken und Repräsentationen prägten und prägen die Wahrnehmung anderer Eroberungen und weiterer Ereignisse der europäischen Expansion? Welche Bilder zirkulierten und zirkulieren? Und schließlich: Handelt es sich wirklich um den Beginn des Phänomens, das gerade in der jüngsten Gegenwart als „Globalisierung“ hohe Wellen schlägt? Diesen und weiteren Fragen will das Kolloquium im Wintersemester nachgehen.